Nieder mit der Festung Europa — Demo nach unserem Heimspiel!

Im Mit­tel­meer sind am Sonn­tag aber­mals hun­derte Men­schen elen­dig ertrun­ken, wel­che sich in klapp­ri­gen Boo­ten auf dem Weg nach Europa gemacht hat­ten um Armut, poli­ti­scher Ver­fol­gung und Krie­gen zu ent­flie­hen. Über ein­tau­send Tote in zehn Tagen zählt der UNHCR, über 3000 Men­schen sind alleine im Jahr 2015 ertrun­ken. Der EU-Grenzschutzagentur Fron­tex sind tote Men­schen als Abschre­ckung offen­bar recht, schließ­lich gibt es eine lücken­lose Radar­über­wa­chung der See und die Ret­tung von Men­schen in See­not wäre in kür­zes­ter Zeit mög­lich. Statt­des­sen wurde die ita­lie­ni­sche See­notret­tungs­mis­sion Mare Nostrum von der EU ein­ge­stellt – nicht zuletzt auf Druck der Bun­des­re­gie­rung aus CDU/CSU und SPD. Deut­sche und Euro­päi­sche Politiker*innen zeig­ten sich nach Kata­stro­phen wie denen des Wochen­en­des immer wie­der betrof­fen und ver­spra­chen eine Wende in der EU-Flüchtlingspolitik. Pas­siert ist jedoch seit Mona­ten nichts. Im Gegen­teil: Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­zière sperrt sich noch in der letz­ten Woche gegen eine EU-Seenotrettung; damit arbeite man so genann­ten “Schlep­pern” in die Hände, glaubt der CDU-Politiker. Auch der SPD-Vorsitzende und Vize­kanz­ler Sig­mar Gabriel ist der Ansicht, dass vor allem “kri­mi­nelle Schleu­ser­ban­den” für das Mas­sen­ster­ben im Mit­tel­meer ver­ant­wort­lich seien, ganz so, als ob nicht die auch von der SPD ver­ab­schie­dete Asyl– und Abschot­tungs­ge­setzte dafür ver­ant­wort­lich seien, dass Men­schen dazu gezwun­gen sind “ille­gal” nach Europa zu kommen.

De Mai­zière und Gabriel treibt eine ebenso absurde wie men­schen­ver­ach­tende Logik an. Men­schen müs­sen ster­ben, um eine “Kri­mi­na­li­tät” zu bekämp­fen wel­che es nur gibt, weil die EU die Schot­ten dicht­ge­macht hat.Wenn ein Sig­mar Gabriel zudem for­dert, die EU solle Staa­ten wie “Libyen hel­fen, sta­bile Struk­tu­ren auf­zu­bauen, um mit dem Flücht­lings­strom fer­tig zu wer­den”, wird deut­lich, wie zynisch die deut­sche Regie­rung agiert. Kei­ner hat die Bun­des­re­gie­rung daran gehin­dert, in Libyen, wo die Men­schen jedes Mal bei Wah­len gegen isla­mis­ti­sche Bewe­gun­gen gestimmt haben – wel­che den liby­schen (Rest)Staat desta­bi­li­sie­ren und die Bevöl­ke­rung ter­ro­ri­sie­ren – dabei zu hel­fen, für “sta­bile Ver­hält­nisse” zu sor­gen. Eine “sta­bile Struk­tur” war für Gabriel offen­bar Gad­da­fis Dik­ta­tur, wel­che so freund­lich war, im Sinne der EU und Deutsch­lands Flüch­ten­den den Weg nach Europa zu ver­weh­ren und sie in der Wüste zu inter­nie­ren. Die deut­sche Bevöl­ke­rung rea­giert auf die Poli­tik der Bun­des­re­gie­rung und das Mas­sen­ster­ben im Mit­tel­meer vor allem mit Des­in­ter­esse. Nicht unwe­sent­li­che Teile der Deut­schen for­dern sogar ein noch bru­ta­le­res Vor­ge­hen gegen Flüch­tende. Der­ar­tige Reak­tio­nen sind Aus­druck von Kälte und Bru­ta­li­tät, von Ras­sis­mus und Natio­na­lis­mus. Einem ima­gi­nier­ten deut­schen “Wir” ist es egal, was jen­seits des “eige­nen” Lan­des pas­siert und inwie­fern auch Ent­schei­dun­gen “unse­rer” Regie­rung das welt­weite Elend unmit­tel­bar beein­flus­sen. Der Natio­na­lis­mus stellt eine Ideo­lo­gie dar, wel­che sich par­al­lel zur kapi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons­weise ent­wi­ckelt hat und aufs engste mit der Ent­ste­hung von bür­ger­li­chen Staa­ten ver­bun­den ist. Nationalist*innen ver­ste­hen sich als Teil einer vor­ge­stell­ten Gemein­schaft – wel­che wahl­weise poli­tisch, kul­tu­rell oder völ­kisch begrün­det wird – und glau­ben zudem, trotz aller öko­no­mi­schen und poli­ti­schen Wider­sprü­che unterm Strich gemein­same Inter­es­sen zu ver­fol­gen. Die Angst vor ver­meint­li­chen “Flücht­lings­strö­men”, wel­che die große Mehr­heit der Deut­schen umtreibt, ist dem­nach nichts ande­res als die ras­sis­tisch moti­vierte Ableh­nung von “Fremden”.

Sel­ten aus tat­säch­lich empa­thi­schen Moti­ven, son­dern eher um das rich­tige Ver­ständ­nis der natio­na­len Inter­es­sen bemüht, wurde in den letz­ten Tagen den­noch ein Gedanke for­mu­liert: Seit Sonn­tag wird wie­der von nicht weni­gen eine neue See­notret­tungs­mis­sion der EU gefor­dert. Ob ein sol­ches Pro­jekt umge­setzt wird, wenn sich die erste Empö­rung gelegt hat, darf bezwei­felt wer­den, wie die jüngste Ver­gan­gen­heit zeigt. Auch eine Ret­tungs­mis­sion würde aber vor allem nur das Gröbste ver­hin­dern kön­nen. Die Ret­tungs­mis­sion ist über­fäl­lig und kommt trotz­dem für Tau­sende zu spät. Jen­seits der For­de­rung nach unmit­tel­bar grei­fen­den Ret­tungs­maß­nah­men muss eine pro­gres­sive Bewe­gung die Abschot­tungs­po­li­tik der EU, Ras­sis­mus und die Ein­rich­tung der Welt unter den Bedin­gun­gen Staat und Kapi­tal grund­sätz­lich the­ma­ti­sie­ren. Unter den Vor­aus­set­zun­gen einer kapi­ta­lis­ti­schen Gesell­schafts­ord­nung kann eine Dis­kus­sion um glo­bale Migra­tion Men­schen oft nur nach Ver­wer­tungs­kri­te­rien beur­tei­len. Die For­de­rung nach Mensch­lich­keit, die For­de­rung nach Mit­ge­fühl, die For­de­rung nach glo­ba­ler Frei­heit kön­nen solange nur ins Leere lau­fen, wie sie nicht die For­de­rung nach der Umstür­zung der beste­hen­den Ver­hält­nisse beinhal­ten. Die Ein­rich­tung einer Welt, “in der der Mensch nicht mehr ein ernied­rig­tes, ein geknech­te­tes, ein ver­las­se­nes, ein ver­ächt­li­ches Wesen ist”, hätte die Über­win­dun­gen von Gren­zen und die glo­bale Bewe­gungs­frei­heit zur Voraussetzung.

Fight Fort­ress Europe! Gegen Ras­sis­mus und deut­sche Zustände!

Kommt alle, nach dem Spiel um 16 Uhr, zum Hauptbahnhof!

Jeg­li­che Fah­nen von Par­teien, par­teiähn­li­chen oder –nahen Orga­ni­sa­tio­nen sind auf der Demons­tra­tion aus­drück­lich unerwünscht.

Gib dein letztes Hemd — Refugees Welcome

Flücht­linge sind will­kom­men in Düsseldorf!

Wäh­rend in den letz­ten Jah­ren tau­sende Men­schen an den Gren­zen der EU den Tod fan­den, wer­den die Men­schen, die es nach Deutsch­land oder in andere euro­päi­sche Län­der schaf­fen, sys­te­ma­tisch dis­kri­mi­niert, aus­ge­grenzt und im schlimms­ten Fall wie­der abge­scho­ben. In Töglitz brennt eine Unter­kunft, in Solin­gen wird das Heim mit Haken­kreu­zen beschmiert – die Zahl der Straf­ta­ten gegen Flücht­linge steigt tag­täg­lich. Eine Will­kom­mens­kul­tur für Men­schen, die aus eth­ni­scher Ver­fol­gung, Krieg und Ver­zweif­lung zu uns kom­men, sieht anders aus.

Wei­ter­le­sen auf F95.Antirazzista

Heute: Auf die Straße und danach ins Stadion!

Liebe For­tuna Fans und Gegendemonstrant_innen,

heute Abend steigt das Top­spiel der 2. Bun­des­liga, unsere For­tuna tritt gegen den Auf­stiegs­kan­di­da­ten Kai­sers­lau­tern im eige­nen Sta­dion an. Gleich­zei­tig ist, wie fast jeden Mon­tag, ab 18 Uhr mit Chaos am Düs­sel­dor­fer Haupt­bahn­hof zu rech­nen: Zeit­gleich zur Anreise vie­ler Fans, wol­len ab dort auch die Nazis von Dügida mar­schie­ren. Bei der Anreise zum Sta­dion und zu den Pro­tes­ten kann daher beson­dere Auf­merk­sam­keit nicht scha­den. Die Nazis von Dügida waren in der Ver­gan­gen­heit regel­mä­ßig für Über­griffe und (schwere) Ver­let­zun­gen gegen­über Men­schen, die etwas gegen faschis­ti­sche Ideo­lo­gien, rechte Wutbürger_innen und Nazis haben, dar­über berich­ten oder aber ein­fach als Anwohner_innen nur zufäl­lig anwe­send waren, ver­ant­wort­lich. Lei­der fin­den sich unter den Dügida-Nazis auch Fortuna-Fans, so dass Fortuna-Utensilien keine abso­lute Sicher­heit bie­ten auf “die Guten” zu tref­fen. Es ist übri­gens auch nicht abwe­gig, dass sich rechte Lautern-Fans dem Dügida-Zug anschließen.

In den ver­gan­ge­nen Mona­ten haben sich außer­dem zahl­rei­che For­tu­nen den Gegen­pro­tes­ten ange­schlos­sen, die auch vor dem heu­ti­gen Spiel daran mit­wir­ken wol­len, dass in unse­rer Stadt kein Platz für den men­schen­ver­ach­ten­den Hass die­ses Hau­fens ist. Es wird daher von uns auch nicht, wie üblich, einen Treff­punkt vor dem Spiel geben, denn die­ser ist für heute klar: Die Gegen­kund­ge­bun­gen von Düs­sel­dorf stellt sich quer. Zum Sta­dion geht es dann von dort aus.

Wir emp­feh­len euch mit eurer Rei­se­gruppe unter­wegs zu sein, damit ihr euch in allen Situa­tio­nen gegen gewalt­tä­tige Nazis und rechte Wutbürger_innen ver­tei­di­gen könnt, um im bes­ten Fall erst dem Nazi­auf­marsch ein Ende berei­tet zu haben und anschlie­ßend drei Punkte gegen Lau­tern fei­ern zu können.

Heute gilt also: Erst Dügida blo­ckie­ren und danach ins Stadion!

[UPDATE] Immer wieder Montags: Dügida blockieren!

Kri­ti­sche Fuß­ball­fans und Mon­tage, das wird wohl nie etwas. Nicht nur die unsäg­li­chen Spiel­an­set­zun­gen ner­ven gehö­rig, auch der inof­fi­zi­elle Düs­sel­dor­fer Rechtsaussen-Ableger der PEGIDA, um die rechts­ex­treme Mela­nie Ditt­mer und ihren ProNRW-Freundeskreis und regio­nale Neo­na­zi­grup­pen, will jeden Mon­tag in Düs­sel­dorf demons­trie­ren, bis zum Ende des Jahres.

Unsere Ant­wort lau­tet, wie immer: Dügida? Läuft nicht, ihr könnt im Rhein schwim­men!

Kommt zu einer der Gegen­ank­ti­vi­tä­ten oder seid selbst krea­tiv. Einen Über­blick über die letz­ten Wochen bekommt ihr beim Infoportal-Düsseldorf. Infos zu Kund­ge­bun­gen und Aktio­nen gibt’s auf der Web­site oder dem FB-Account von DSSQ, aktu­elle Infos bei Twit­ter (#nodü­gida und #dssq). Info­num­mer: 0157/82833793 (ab 16:30) und Num­mer des Ermitt­lungs­aus­schus­ses (EA): 0211/17807755

Spruchbänder Nürnberg

Spruchband_1Siehe Vor­komm­nisse vom letz­ten Derby zwi­schen Glad­bach und Köln, als einige Köl­ner Zie­gen aus dem Glad­ba­cher Pfer­de­stall aus­ge­bro­chen sind…

Strafgesetzbuch-Erweiterung für Pfer­de­höfe?Pin­guin?

Die­ses Spruch­band war ein Anti-Terror Anschlag des aso­zia­len Netz­wer­kes!

Spruchband_2

Beim zwei­ten Spruch­band kom­men­tier­ten wir die Kol­lek­tiv­strafe des FC gegen­über der Gruppe “Boyz Köln”. Sie sind mit Hit­ler­grü­ßen bei einem Nazi-Gedenkturnier in Mos­kau und mit ihrer Freund­schaft zu der rech­ten Dort­mun­der Ultra– und Hoo­lig­an­gruppe Des­pe­ra­dos auf­ge­fal­len, jedoch fin­den wir die Aktion vom ver­gan­ge­nen Derby ver­gleichs­weise harm­los und wun­dern uns somit, dass die­ser Vor­fall zu einer Kol­lek­tiv­strafe führt. Über­haupt leh­nen wir Kol­lek­tiv­stra­fen ab, denn es sind Men­schen betrof­fen, die der Gruppe gar nicht (mehr) zuge­hö­rig sind und mit der Suche der Straftäter_innen über die Ver­öf­fent­li­chun­gen von Nah­auf­nah­men scha­det der FC den eige­nen Fans und beschränkt deren Per­sön­lich­keits­rechte. Außer­dem kön­nen Kol­lek­tiv­stra­fen jeder­zeit pro­gres­sive, anti­dis­kri­mi­nie­rende Grup­pen tref­fen, wie bereits in Braun­schweig geschehen.

Vortrag : Antisemitismus seit der Nachkriegszeit

Refe­rent: André L.I. Ufferfilge

Fast das gesamte euro­päi­sche Juden­tum wurde von der Shoah ver­nich­tet. Ihr Ende bedeu­tete aller­dings nicht ein Ende des Anti­se­mi­tis­mus.
Die weni­gen über­le­ben­den Juden, die im Nach­kriegs­deutsch­land ein Leben auf­bau­ten, taten dies in einer z.T. offen feind­se­li­gen Umge­bung. Sie bemüh­ten sich mehr­heit­lich um Unauf­fäl­lig­keit und wur­den den­noch immer wie­der von Juden­hass in der neuen Bun­des­re­pu­blik getrof­fen — sel­ten von öffent­li­chem Inter­esse.
Auch für die nach­kom­men­den Gene­ra­tio­nen von Juden in Deutsch­land blieb die Gefahr des Anti­se­mi­tis­mus beste­hen. Bis heute.

// Der Vor­trag musste lei­der kurz­fris­tig ins Linke Zen­trum ver­legt wer­den. Bitte sagt allen Inter­es­sier­ten Bescheid, dass die Ver­an­stal­tung nicht im damen­und­her­ren statt findet.

Diese Vern­an­stal­tung wird orga­ni­siert von der Ini­ta­tive Retro­spek­tive 1895, in Koope­ra­tion mit dem Hochschulpolitik-Referat der HHU

Gegen Rechtspopulismus, Neonazismus und rassistische Hetze

Am 8. Dezem­ber ist eine Kund­ge­bung der „DÜGIDA — Düs­sel­dorf gegen die Isla­mi­sie­rung des Abend­lan­des“ am Platz des Land­ta­ges mit anschlie­ßen­dem „Spa­zier­gang“ ange­kün­digt wor­den. Bereits 1000 Per­so­nen haben in sozia­len Netz­wer­ken ihre Teil­nahme bekannt gege­ben und auch die Poli­zei rech­net laut Aus­sa­gen der Veranstalter_innen mit die­ser Teil­neh­mer­zahl. Hauptakteur_innen bei der Orga­ni­sa­tion die­ser Ver­an­stal­tung sind Alex­an­der und Angela Heu­mann aus Düs­sel­dorf. Der Düs­sel­dor­fer Rechts­an­walt Alex­an­der Heu­mann war im Mai 2014 Kom­mu­nal­wahl­kan­di­dat der Alter­na­tive für Deutsch­land, gehört dem Vor­stand der ras­sis­ti­schen Bür­ger­be­we­gung Pax Europa an und betä­tigte sich zuletzt als Red­ner auf der Kund­ge­bung der “Hoo­li­gans gegen Sala­fis­ten” (HOGESA) in Han­no­ver. Auch Angela Heu­mann trat als AfD-Kommunalwahlkandidatin in Erschei­nung. Beide gehö­ren dem Rechts­au­ßen­flü­gel der AfD an. Auch ist zu erwar­ten, dass sich aus dem Spek­trum der HoGeSa-Demonstrationen in Köln und Han­no­ver (extreme) Rechte, die durch ihre Gewalt­be­reit­schaft und Aggres­si­vi­tät gegen­über Migrant_innen und Gegendemonstrant_innen auf­fie­len, anschlie­ßen wer­den. Bereits hier ver­ein­ten sich rechte Hoo­li­gans und Neo­na­zis unter dem gemein­sa­men Nen­ner Nationalismus.

Bereits seit 7 Wochen ver­sam­meln sich Men­schen in Dres­den unter dem Ban­ner „PEGIDA — Patrio­ti­sche Bür­ger gegen die Isla­mi­sie­rung des Abend­lan­des“, um gegen die ver­meint­li­che Bedro­hung durch „Über­frem­dung“, „Isla­mi­sie­rung“ und Zuwan­de­rung zu demons­trie­ren. Das Bünd­nis PEGIDA ver­an­stal­tet wöchent­li­che „Spa­zier­gänge“, denen sich mitt­ler­weile 7500 Bür­ger ange­schlos­sen haben und bei denen Deutsch­land­flag­gen und ras­sis­ti­sche Paro­len zur Tages­ord­nung gehö­ren. Aus­lö­ser für ihre Pro­test­mär­sche ist die im Bun­des­tag aktu­ell geführte Debatte über die Aus­wei­tung der Auf­nahme von syri­schen und ira­ki­schen Geflüch­te­ten und die Rechts­stel­lung von Asyl­su­chen­den in Deutsch­land. Damit ste­hen sie in Tra­di­tion zu den Pro­tes­ten gegen Geflüch­tete, die sich bereits in den 90igern ereig­ne­ten. Die pogro­m­ar­tige Stim­mung, die damals von den Medien und ver­schie­de­nen poli­ti­schen Par­teien wei­ter ange­facht wurde, endete in den bru­ta­len Angrif­fen auf Migrant_innen in Ros­tock, Solin­gen und Mölln. Auch damals wur­den die Aus­schrei­tun­gen nicht nur von Mit­glie­dern der extre­men Rech­ten, son­dern vor allen Din­gen von der bür­ger­li­chen Mitte mitgetragen.

Heute, im Jahr 2014, sieht es so aus, als würde sich das Ganze wie­der­ho­len, wenn wir dem nichts ent­ge­gen­set­zen. Die ras­sis­ti­schen, ins­be­son­dere anti-muslimischen und natio­na­lis­ti­schen Leit­sätze, auf die PEGIDA fußt, sind nicht nur attrak­tiv für den rech­ten Rand bis in die bür­ger­li­che Mitte, son­dern bie­ten auch Anschluss­fä­hig­keit für Neo­na­zis, rechte Hoo­li­gans und wei­tere Per­so­nen aus dem (extrem-)rechten Spek­trum. Das Phä­no­men PEGIDA bleibt nicht auf Dres­den beschränkt. Auch in wei­te­ren Städ­ten wur­den die „Spa­zier­gänge“ imi­tiert und dies soll nun auch in Düs­sel­dorf geschehen.

Wäh­rend nach außen wei­ter­hin ver­sucht wird, den Anschein einer fried­li­chen Bür­ger­be­we­gung, die sich vom (extrem-)rechten Spek­trum dis­tan­ziert, auf­recht zu erhal­ten, spricht die Liste der Teilnehmer_innen und Akteur_innen der Ver­an­stal­tung am 8.12. Bände. Bereits jetzt haben sich unter ande­rem NPD, Pro NRW/Köln, „Die Rechte“, „HOGESA“, „Die Repu­bli­ka­ner“, „Die Iden­ti­täre Bewe­gung“, die Bur­schen­schaft „Rhena­nia“ und „Die Reichs­bür­ger“, um nur einige zu nen­nen, ange­kün­digt und mobi­li­sie­ren im gro­ßen Stil, um am kom­men­den Mon­tag gemein­sam ras­sis­ti­sche Hetze zu betrei­ben. Dar­un­ter befin­den sich auch viele bekannte Neo­na­zis. Es ist nicht mehr zu ver­tu­schen. Bei die­ser Demons­tra­tion han­delt es sich um ein Zusam­men­rot­ten von Rechtspopulist_innen und Neo­na­zis, die sich zu einem Mob zusam­men­schlie­ßen, um ihre rech­ten Ideen und ihr men­schen­ver­ach­ten­des Men­schen­bild zu pro­kla­mie­ren. Im Natio­na­lis­mus und Ras­sis­mus sind sie ver­eint und stel­len eine Bedro­hung für eine fried­li­che, gleich­be­rech­tigte und offene Gesell­schaft dar.

Dies gilt es zu ver­hin­dern! Die Geschichte darf sich nicht wie­der­ho­len! Lasst uns ihnen am Mon­tag laut­stark ent­ge­gen­tre­ten und zei­gen, dass für ras­sis­ti­sche Hetze kein Platz ist, weder hier noch sonst wo! Bei uns sind Geflüch­tete und Migrant_innen will­kom­men, das hat der ver­gan­gene Spiel­tag wie­der ein­mal gezeigt, sind doch nahezu jeden Spiel­tag Geflüch­tete in unse­rem Sta­dion und zuletzt sogar 400! Bei For­tuna und in Düs­sel­dorf darf es keine Tole­ranz für Rechte Hoo­li­gans, Neo­na­zis und ras­sis­ti­sche Wutbürger_innen wie “DüGiDa” oder “HoGeSa” geben.

Wir rufen alle Men­schen, die etwas gegen ras­sis­ti­sche Hetze haben, dazu auf, sich am 8. Dezem­ber um 17.30 Uhr zum Pro­test gegen die DÜGIDA-Aktion am Johannes-Rau-Platz an der Rhein­knie­brü­cke zu ver­sam­meln! So etwas wie in Dres­den wird es in Düs­sel­dorf nicht geben, wenn die da sind, sind wir es auch!

No bor­der, no nation – refu­gees welcome!

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Auf­ru­fende:

Anti­fa­schis­ti­sche Linke Düsseldorf

Bri­gada Hora Azul

Die Linke Düsseldorf

Dis­si­denti Ultra

DKP Düs­sel­dorf

F95.Antirazzista

fifty fifty

Gruppe F

Hoch­schul­po­li­tik­re­fe­rat HHU AStA

Hypers 2001

I Furiosi

ISL Düs­sel­dorf

Kopf­ball Düsseldorf

Links­ju­gend ‘Solid Düsseldorf

SDAJ Düs­sel­dorf

Die Linke.SDS Düsseldorf

See Red!

Stay!

vision:teilen eine fran­zis­ka­ni­sche initialive

VVN BDA Düsseldorf

ZAKK

Spruchbänder Fürth

F95 vs Greuther Fürth 2014 i  (127 von 456)

Zum Ein­lauf der Mann­schaf­ten haben wir ein gro­ßes Spruch­band zum The­men­kom­plex fan­ge­rechte Anstoß­zei­ten gezeigt. Denn For­tuna durfte wie­der mal Mon­tag­abends ran. Nach Nürn­berg (A), St. Pauli (H) und Mün­chen (A) das vierte Montagsspiel.

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Ard­ita San Paolo ist ein Fan­ver­ein, gegrün­det von ehe­ma­li­gen Fans und Ultras der bei­den gro­ßen römer Ver­eine. Im Stadteil Osti­ense behei­ma­tet, bie­tet der unter­klas­sige Ver­ein „Il Cal­cio del Popolo“ – mög­lichst ohne Pro­fi­ver­hält­nisse, Ver­mark­tung und Tes­sera del Tifoso.

Die Tifosi von Ard­ita ver­ste­hen sich als anti­fa­schis­tisch, da wun­dert es nicht, dass sie wäh­rend des Aus­wärts­spiels in Maglio Romano von ca. 40 Per­so­nen aus der Fan­szene von Lazio ange­grif­fen und teil­weise schwer ver­letzt wur­den. Sind die Laziali doch für ihre poli­ti­sche Ein­stel­lung bekannt, nicht nur bei der römer Poli­zei, wel­che meh­rere Angrei­fer fest­neh­men und der rech­ten Szene zuord­nen konnte.

Unsere Soli­da­ri­tät gilt daher den Ultras und Fans von Ard­ita San Paolo, wel­che in ihrem Kampf gegen faschis­ti­sche Ideo­lo­gien und die aktu­el­len Zustände im ita­lie­ni­schen Ober­haus sicher nicht alleine sind!