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Stellungnahme zu den Vorfällen beim Auswärtsspiel in Frankfurt

Wir haben immer versucht zu verhindern was heute passiert ist. Von Hooligans verschiedener Couleur körperliche Gewalt zu erfahren gehört nicht zu unserer Vorstellung von Fankultur und einem erfolgreichen Spieltag.

In den letzten Minuten vor Spielbeginn erreichte uns die Information das erneut die Fahne der faschistischen Ultra- und Hooligangruppe „Frente Atletico“ (Atletico Madrid) von Mitgliedern der „Bushwhackers Düsseldorf“ aufgehangen wurde. Hooligans beider Vereine sind seit einiger Zeit befreundet. Schon eine kurze Recherche mit einer bekannten Internetsuchmaschine wird kein Zweifel an der faschistischen, menschenfeindlichen Ausrichtung der Gruppe „Frente Atletico“ lassen, die den SS-Totenkopf als eines ihrer Logos nutzt. Demgegenüber gilt die Düsseldorfer Fanlandschaft seit langem, nicht völlig zu Unrecht, als tolerant bis alternativ. In dieser Tradition und um Lösungen bemüht sind wir seit Monaten in diesem Konflikt aktiv, tragen Informationen zusammen und verbreiten diese, führen Gespräche mit vielen Beteiligten und suchen einen Konsens zur Handlungsgrundlage.

Nachdem wir zum Anpfiff unsere Fahnen eingepackt und den Support eingestellt hatten, forderten wir die Hooligans auf die Fahne der Gruppe „Frente Altetico“ abzuhängen. Dieser Versuch scheiterte, ebenso wie alle Folgenden. Auch wenn ein Großteil der organisierten Fanszene leider keine klare Linie verfolgt, sind wir sehr froh, zu wissen, dass es Leute gibt, die hier ebenfalls ein nicht ignorierbares Problem sehen und wir erklären uns uneingeschränkt solidarisch mit diesen Fans. In Folge des letzten Versuchs eskalierte die Situation als Hooligans verschiedener Gruppen die intervenierenden Ultras mit massiver Gewalt angriffen. Nach aktuellem Kenntnisstand wurde dabei glücklicherweise niemand schwer verletzt.

Beleidigungen und Drohungen, die bis zu Mord und Vergewaltigung reichen, gibt es seit Wochen und Monaten in beängstigender Regelmäßigkeit, dennoch – oder gerade deshalb – haben wir immer gehofft, ohne körperlichen Schaden Lösungen und Fortschritte herbei führen zu können. Dieses ständige Bedrohungsszenario erreichte die nächste Stufe als wir auf der Rückfahrt davon erfahren haben, dass uns eine große Gruppe Hooligans an unserem Treffpunkt und Rückzugsort auflauerte. Glücklicherweise kam es zu keinem weiteren Übergriff.

Die heutigen Erlebnisse lassen uns mit gemischten Gefühlen auf die nächsten Wochen blicken. Dabei ist klar, dass wir uns nicht einschränken lassen und unseren Weg unbeirrt weiter gehen.

Love Fortuna – fight fascism

Dissidenti Ultra
Hypers 2001
Kopfball Düsseldorf
Unterste Schublade Düsseldorf
F95.Antirazzista

Liebe Fortuna Fans,

Die Geschehnisse am gestrigen Tag haben auf vielen Plattformen und Foren für Diskussionen gesorgt. An dieser Stelle möchten wir euch darauf hinweisen, dass wir jederzeit bei Fragen, Kritik oder Anregungen per E-Mail unter (info@dissidenti-ultra.de) zu erreichen sind.