Stellungnahme zur geplanten Wiederaufnahme des Spielbetriebs

Hallo Fortuna Fans, mit Wut verfolgen wir zurzeit die Diskussion um eine Wiederaufnahme der aktuellen Bundesliga Saison. Seit letzter Woche wird darüber berichtet, dass die DFL plant die Saison mit Geisterspielen zu Ende zu bringen. Dass Fußball ohne uns Fans stattfindet, ist mit Sicherheit nicht in unserem Interesse, viel wütender macht uns jedoch der Fakt, dass laut diversen Medienberichten alle Spieler der Bundesliga und 2. Bundesliga vor jedem Spieltag auf Covid 19 getestet werden sollen. Derzeit arbeiten die Labore auf der ganzen Welt rund um die Uhr um überhaupt die vielen nötigen Tests auswerten zu können. Während viele Menschen in Deutschland und dem Rest der Welt auch trotz Symptomen nicht getestet werden können, hält die DFL es also für sinnvoll eine riesige Anzahl an Test durchzuführen. Laut ARD Sportschau wären dies ca. 20.000 Tests bis Saisonende! Wie genau das funktionieren soll ist noch offen. Der DFL und den Vereinen geht es dabei nicht um die Gesundheit der Spieler und deren Familien, sondern lediglich um wirtschaftliche Aspekte. Während viele kleine Betriebe derzeit gezwungen sind, den Betrieb ruhen zu lassen, soll das Geschäft Fußball weiterlaufen, koste es was es wolle.Fußball verbindet, heißt es so oft, doch das Geschäft Fußball spaltet. Während die großen Vereine der Bundesliga wohl finanziell in der Lage wären eine gemeinsame solidarische Lösung zu finden, müssen viele Amateurvereine derzeit wirklich um ihre Existenz bangen. Fußballer, welche Millionen verdienen, werden dafür gefeiert, dass sie auf einen Teil ihres Gehalts verzichten während viele unserer Freund*innen aufgrund von Kurzarbeit gerade ernsthafte finanzielle Probleme haben. Uns ist bewusst, dass die Lage gerade verzwickt ist, doch so sehr wir den Fußball lieben, so sehr wir unsere glorreiche Diva vermissen, eine Wiederaufnahme der aktuellen Saison unter diesen Voraussetzungen ist für uns nicht hinnehmbar. Auch von unseren Vereinsverantwortlichen erwarten wir hier eine klare Haltung. Tests für diejenigen die sie benötigen – auch wenn dies bedeutet, dass die Saison abgebrochen werden muss.Seit Jahren prangern wir Fans die zunehmende Kommerzialisierung des Fußballs an; statt in diesen Zeiten also einfach auf Biegen und Brechen weiter zu machen, sollten wir die Zeit vielleicht besser dafür nutzen neue Wege zu denken. Auch unser Verein lebt nicht durch seine Spieler oder die Funktionär*innen. Er lebt durch uns Fans, wir sind Fortuna, wir sind der Verein. Das sollten wir besonders jetzt nicht vergessen. Love Football, hate Capitalism! Dissidenti Ultra antirasisters Casual Punx

Solidarität für alle!

Wir haben heute mehrere Transpis in der Stadt aufgehängt. Auch wenn das gewohnte Leben momentan zum Stillstand gekommen ist, gibt es doch einige Themen zu denen wir uns gerne äußern möchten. Zuerst möchten wir unseren Dank aussprechen an all die, die „das Rad am Laufen“ halten. Gerade zeigt sich deutlich, dass Berufsgruppen wie Pflege, Einzelhandel oder Soziale Arbeit für uns alle wichtig sind und auch dementsprechend behandelt werden sollten. Wir glauben, dass eine „faire Bezahlung“ nicht ausreichen wird (Auch wenn wir diese begrüßen würden). Der Kapitalismus und seine Verwertungslogik müssen überwunden werden! Mit Entsetzen müssen wir feststellen, dass auch in Zeiten von Corona, Hilfe weiterhin abhängig von der Herkunft ist. Die Menschen an den Europäischen Außengrenzen und in den griechischen Lagern haben keine Möglichkeit sich vor dem Virus zu schützen. Jeder Mensch hat ein Recht auf Hilfe, deshalb sagen wir auch deutlich #LeaveNoOneBehind Refugees Welcome! Dissidenti Ultra

Stellungnahme zur SPIELABSAGE

Das Spiel für heute wurde abgesagt. Wir begrüßen diese Entscheidung, fordern die DFL aber auf, möglichst schnell Klarheit zu schaffen, wie es weiter geht. In der derzeitigen Situation scheint uns ein Abbruch der Saison die beste Alternative zu sein. Da wir vor dem Zeitpunkt der Absage bereits fleißig waren, möchten wir euch auf unsere Spruchbandaktion mit den antirasisters aufmerksam machen. Während in Zeiten von COVID-19 hierzulande zu Solidarität untereinander aufgerufen wird, sind Geflüchtete an den europäischen Grenzen weiterhin unmenschlichen Bedingungen hilflos ausgesetzt. Aufgrund der schon jetzt schlechten medizinischen Versorgung drohen dort nun außerdem Zustände, die wir uns nicht ausmalen wollen. Wir fordern daher Solidarität mit allen hilfsbedürftigen Menschen! Dissidenti Ultra

Stellungnahme

Vor rund einer Woche begann die Türkei unter Erdogan einen völkerrechtswidrigen Krieg gegen die kurdische Selbstverwaltung und demokratische Gesellschaft in Nordsyrien. Übereinstimmend berichten Medien bereits nach wenigen Tagen von hunderten Toten, zivilen Opfern und hunderttausenden Menschen, die auf der Flucht sind. Die kurdische Frauenrechtlerin und Politikerin Havrin Khalaf von der syrischen Zukunftspartei wird von einer islamistischen Miliz der türkischen Armee brutal gefoltert, vergewaltigt und ermordet. Währenddessen gelingt es hunderten Daesh-Terrorist*innen und islamistischen Milizen aus der Gefangenschaft zu entkommen. Dörfer, zivile und medizinische Infrastrukturen werden angegriffen. Wir verurteilen diese Aggressionen auf Schärfste. In diesem Zusammenhang haben die Spieler Kenan Karaman und Kaan Ayhan sich an einem Gruppenbild zum Zweck eines Grußes an das türkische Militär beteiligt. Gemeinsam mit der türkischen Nationalmannschaft, inklusive aller Spieler und dem Stab des Teams, wurde den „tapferen Soldaten und Märtyrern“, so der Wortlaut des türkischen Fußballverbandes, auf Instagram Solidarität bekundet. Wir begrüßen es, dass Fortuna Düsseldorf in Person von Lutz Pfannenstiel pro-aktiv auf beide Spieler zuging und dort die in der Satzung verankerten Werte des Vereins vertrat. Die daraus resultierende Stellungnahme ist jedoch extrem schwach und versucht sich gegen den geringsten Widerstand aus einer unangenehmen Situation zu winden. Insbesondere dann, wenn Fortuna sich mehr oder weniger vor einen Propagandakarren spannen lässt und versucht, die Geste zu entpolitisieren – was jedoch absolut misslingt. Ein geschlossener Gruß an die Front kann nicht unpolitisch sein. Fortunas Stellungnahme ist unentschlossen, feige und zeigt wenig bis gar keine Haltung. „Halbangst“ hat hierzu eine ausführliche und gelungene Stellungnahme verfasst. Pfannenstiels Telefonat blieb zumindest nicht ohne Wirkung. Kaan Ayhan und Kenan Karaman haben sich selbst noch nicht öffentlich zu der Thematik geäußert. Laut der Stellungnahme von Fortuna möchten die Spieler ihre Geste als unpolitischen Gruß verstanden wissen, der die Hoffnung ausdrücken soll, die an dem völkerrechtswidrigen militärischen Angriff beteiligten Soldat*innen kämen unverletzt zurück in ihre Heimat. Es bleibt unklar wie beide zum Konflikt stehen, ob sie unter Druck handelten und ob der Gegendruck von Fortuna sie zur Reflexion bewegt hat. Fakt ist, sie haben – gegen einige Widerstände aus der Mannschaft und der Türkei – den Gruß beim folgenden Spiel gegen Frankreich verweigert. Trotzdem bleibt der Versuch einer Entpolitisierung der Geste durch den Verein weichgespülte PR-Rhetorik. Vor allem, da sich die Spieler bisher selbst nicht gegen den Krieg positioniert haben, was im Einklang mit Fortunas Werten und der Satzung absolut notwendig wäre, da dieser für die Menschen vor Ort verheerende Angriff das Völkerrecht mit Füßen tritt. Wir hoffen, dass Gespräche mit Verein und Spielern in den kommenden Tagen Licht ins Dunkle bringen werden. All diejenigen, die nun ihre Chance wittern, die Kommentarspalten in den sozialen Medien mit rassistischer Scheiße vollzumüllen sei gesagt, dass wir auch dafür nur Abscheu übrighaben. Ihr denkt in denselben Mustern der Menschenverachtung, Minderwertigkeit anderer und Ungleichheit. Für euch ist kein Platz bei Fortuna Düsseldorf Antirasisters Dangermouth Football Crew Dissidenti Ultra F95. Antirazzista Hypers 2001