Aufruf zum Gegenprotest am 31.10.2020

Hallo Fortuna Fans, Die Corona-Pandemie hat alles fest im Griff. Während sich (hoffentlich) die meisten von euch an die wichtigen AHA-Regeln halten, tummeln sich Woche für Woche etliche Corona Leugner:innen in unserer schönen Stadt. Darunter Antisemit:innen, Verschwörungsgläubige und Nazis.Seit kurzem geistert nun ein Aufruf von Hogesa durch das Internet, welcher u.a von Dominik Roeseler verbreitet wird.Darin wird dazu aufgerufen sich am Samstag 31.10.2020 bei der Demonstration der selbsternannten „Corona Rebellen Düsseldorf“ zu beteiligen.In der Vergangenheit haben auch Personen der Düsseldorfer Hooliganszene an Aktionen von Hogesa teilgenommen. Wir werden dies auch weiterhin nicht akzeptieren und die Demo am Samstag beobachten. Sich kritisch mit den derzeitigen Corona-Maßnahmen auseinanderzusetzen ist sicherlich absolut legitim. Wer dies allerdings zusammen mit Antisemit:innen und Nazis tut, ist Teil des Problems und nicht der Lösung! Das Bündnis „Düsseldorf stellt sich quer“ ruft ab 14 Uhr zum Gegenprotest auf. Treffpunkt ist am KIT (Mannesmannufer 1b). Maske nicht vergessen! Passt auf euch auf und kommt gesund durch die kalte Jahreszeit.Wir sehen uns auf der Straße! Dissidenti  UltraHypers 2001

STELLUNGNAME ZUR WEITERFÜHRUNG DER BUNDESLIGA

Nun ist es also beschlossene Sache: Die Fußball-Bundesliga soll in der nächsten Woche ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen, unsere Fortuna spielt am Samstag, den 16.05., um 15:30Uhr gegen den SC Paderborn. So wie auch dieses sollen alle Spiele der laufenden Saison dabei als sogenannte „Geisterspiele“ durchgeführt werden.Unserer Meinung nach ist dies jedoch keineswegs ein Anlass zu großer Freude, denn was in den Medien als „Teilrückkehr zur Normalität“ oder „wichtigen, positiven Impuls in der momentanen Krise“ berichtet wird, ist alles andere als „normal“ oder ein „wichtiger Impuls“. Die DFL hat aufgrund der Corona-Krise Maßnahmen beschlossen, wie sich Spieler, Trainerstäbe und Medien rund um die Spieltage und während der Trainingswoche zu verhalten haben. Positive Tests bei den Bundesliga-Profis werden nicht etwa mit der Sorge zur Kenntnis genommen, dass dies nur der Anfang einer Reihe von COVID-19 Infektionen in der Bundesliga sein könnte, sondern wird abgefeiert, da die „Mechanismen und Pläne der DFL“ greifen. Dass wir in dieser Zeit an einen Punkt gelangen, in der sich tatsächlich über positive Tests gefreut wird, zeigt die Perversion, Kälte und Endstufenkommerzialisierung des gesamten Profifußballs. Während sich KrankenpflegerInnen, Menschen im Einzelhandel und viele, viele andere als „systemrelevant“ bezeichnete im Kampf gegen das Virus und seine Auswirkungen täglich an vorderster Stelle befinden, ging es in den letzten Tagen nur noch darum, ob es möglich ist, einen Rahmen zu finden, in dem sich 22 Menschen auf einen Ball konzentrieren, während dies in knapp 200 Ländern übertragen wird. Während beispielsweise Pflegekräfte also seit Jahren für verbesserte Arbeitsbedingungen kämpfen müssen, nutzt der Profifußball seine anscheinend große Lobby in der Politik aus, um vor allem wegen wirtschaftlicher Interessen den Spielbetrieb weiterlaufen zu lassen. Es ist nicht in Ordnung, dass die Maschinerie des Profifußballs aufs Erbrechen weitergeführt wird, während „Systemrelevante“ sich teils unter unfairen Lohnbedingung strecken müssen, damit wir weiterhin wie gewohnt Einkaufen oder medizinische Versorgung in Anspruch nehmen können. Der Profifußball hätte in dieser Zeit die Chance gehabt, sich solidarisch mit allen Menschen zu zeigen, auf die es wirklich ankommt. Stattdessen sollen bis Ende der Spielzeit 20.000 Tests dafür aufgebracht werden, um die Beteiligten dieses großen Zirkus auf eine mögliche Infektion zu testen, während diese an anderer Stelle mit an 100% angrenzender Wahrscheinlichkeit nötiger gebraucht werden. Auch wenn uns allen der Verein Fortuna Düsseldorf verbindet und unsere Leben bis in den März diesen Jahres Woche für Woche entscheidend geprägt hat, so dürfen wir den Profifußball nicht überschätzen. Viel zu wenig wird auf das Schicksal tausender Amateur- und halbprofessioneller Vereine eingegangen, welche weitaus schwerwiegendere Konsequenzen fürchten, als eine Aktiengesellschaft, die sich um den Kurs an der Börse sorgen macht. Es ist den Hunderttausenden von Menschen, die hobbymäßig im Verein Fußball spielen, nicht fair gegenüber, dass man so sehr den bezahlten Fußball fokussiert und nur beiläufig erwähnt, dass man in NRW ab dem 30.05. „ja auch wieder in Amateurwettbewerben“ spielen darf. Dass es für den Amateurfußball keine gemeinsam koordinierte Linie gibt, ist an Lächerlichkeit schwierig zu übertrumpfen. Der Fußball sollte in dieser Zeit zusammenstehen. Durch die kommende Spiele in der Bundesliga ist jedoch der Beweis erbracht, wie weit sich der Profifußball von seinen beiden Basiselementen entfernt – dem Amateurfußball, dessen Vereine auch in ihren Breitensportabteilungen weiterhin eingeschränkt sein werden, sowie uns: den Fans. Statt wie die DFL und ihrer anscheinend riesigen Lobby in der Politik problemorientiert zu argumentieren, sollte man lösungsorientiert denken. Ein sofortiger Stopp der Bundesliga, die Ernennung des aktuellen Tabellenersten Bayern München zum deutschen Meister sowie eine Aussetzung des Abstiegs und die Aufstockung auf 20 bzw. vielleicht sogar 21 Teams wäre eine für alle 36 DFL-Klubs definitiv ein besserer Kompromiss als das, wie es momentan gelöst werden soll. Das Vorziehen einer Drittliga-Reform zur nächsten Saison, die ja vielleicht sowieso wieder zweigleisig gestaltet werden soll, wäre den momentan auf den in dieser Liga auf den Abstiegsplätzen befindlichen Teams gegenüber eine mögliche und faire Lösung. Der Aufstieg aller Meister der Regionalligen, wie es von Fan-Initiativen schon länger gefordert wird, und eine Neumodellierung der darunter folgenden Staffeln wird auch von vielen Amateurklubs bevorzugt. So gäbe es immerhin ein halbwegs gleiches Recht für alle Vereine, die eine Fußballabteilung besitzen. Durch die momentane Idee bleiben die kleinen Vereine allesamt auf der Strecke. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Bundesliga-Klubs aus diesen Zeiten die richtigen Schlüsse ziehen und einsehen, was viele aktive Fans bereits erkannt haben: Die Bundesliga ist nicht unfehlbar, sie ist nicht unbesiegbar und sie ist auf gar keinen Fall in ihrer jetzigen Form unverzichtbar. Fußball ohne seine Fans und ohne seine Basis ist kein Fußball. Für Solidarität im gesamten Fußball – Gegen Geisterspiele Dangermouth Football CrewantirasistersHypers2001Dissidenti UltráCasual Punx

Stellungnahme zur geplanten Wiederaufnahme des Spielbetriebs

Hallo Fortuna Fans, mit Wut verfolgen wir zurzeit die Diskussion um eine Wiederaufnahme der aktuellen Bundesliga Saison. Seit letzter Woche wird darüber berichtet, dass die DFL plant die Saison mit Geisterspielen zu Ende zu bringen. Dass Fußball ohne uns Fans stattfindet, ist mit Sicherheit nicht in unserem Interesse, viel wütender macht uns jedoch der Fakt, dass laut diversen Medienberichten alle Spieler der Bundesliga und 2. Bundesliga vor jedem Spieltag auf Covid 19 getestet werden sollen. Derzeit arbeiten die Labore auf der ganzen Welt rund um die Uhr um überhaupt die vielen nötigen Tests auswerten zu können. Während viele Menschen in Deutschland und dem Rest der Welt auch trotz Symptomen nicht getestet werden können, hält die DFL es also für sinnvoll eine riesige Anzahl an Test durchzuführen. Laut ARD Sportschau wären dies ca. 20.000 Tests bis Saisonende! Wie genau das funktionieren soll ist noch offen. Der DFL und den Vereinen geht es dabei nicht um die Gesundheit der Spieler und deren Familien, sondern lediglich um wirtschaftliche Aspekte. Während viele kleine Betriebe derzeit gezwungen sind, den Betrieb ruhen zu lassen, soll das Geschäft Fußball weiterlaufen, koste es was es wolle.Fußball verbindet, heißt es so oft, doch das Geschäft Fußball spaltet. Während die großen Vereine der Bundesliga wohl finanziell in der Lage wären eine gemeinsame solidarische Lösung zu finden, müssen viele Amateurvereine derzeit wirklich um ihre Existenz bangen. Fußballer, welche Millionen verdienen, werden dafür gefeiert, dass sie auf einen Teil ihres Gehalts verzichten während viele unserer Freund*innen aufgrund von Kurzarbeit gerade ernsthafte finanzielle Probleme haben. Uns ist bewusst, dass die Lage gerade verzwickt ist, doch so sehr wir den Fußball lieben, so sehr wir unsere glorreiche Diva vermissen, eine Wiederaufnahme der aktuellen Saison unter diesen Voraussetzungen ist für uns nicht hinnehmbar. Auch von unseren Vereinsverantwortlichen erwarten wir hier eine klare Haltung. Tests für diejenigen die sie benötigen – auch wenn dies bedeutet, dass die Saison abgebrochen werden muss.Seit Jahren prangern wir Fans die zunehmende Kommerzialisierung des Fußballs an; statt in diesen Zeiten also einfach auf Biegen und Brechen weiter zu machen, sollten wir die Zeit vielleicht besser dafür nutzen neue Wege zu denken. Auch unser Verein lebt nicht durch seine Spieler oder die Funktionär*innen. Er lebt durch uns Fans, wir sind Fortuna, wir sind der Verein. Das sollten wir besonders jetzt nicht vergessen. Love Football, hate Capitalism! Dissidenti Ultra antirasisters Casual Punx

Solidarität für alle!

Wir haben heute mehrere Transpis in der Stadt aufgehängt. Auch wenn das gewohnte Leben momentan zum Stillstand gekommen ist, gibt es doch einige Themen zu denen wir uns gerne äußern möchten. Zuerst möchten wir unseren Dank aussprechen an all die, die „das Rad am Laufen“ halten. Gerade zeigt sich deutlich, dass Berufsgruppen wie Pflege, Einzelhandel oder Soziale Arbeit für uns alle wichtig sind und auch dementsprechend behandelt werden sollten. Wir glauben, dass eine „faire Bezahlung“ nicht ausreichen wird (Auch wenn wir diese begrüßen würden). Der Kapitalismus und seine Verwertungslogik müssen überwunden werden! Mit Entsetzen müssen wir feststellen, dass auch in Zeiten von Corona, Hilfe weiterhin abhängig von der Herkunft ist. Die Menschen an den Europäischen Außengrenzen und in den griechischen Lagern haben keine Möglichkeit sich vor dem Virus zu schützen. Jeder Mensch hat ein Recht auf Hilfe, deshalb sagen wir auch deutlich #LeaveNoOneBehind Refugees Welcome! Dissidenti Ultra

Stellungnahme zur SPIELABSAGE

Das Spiel für heute wurde abgesagt. Wir begrüßen diese Entscheidung, fordern die DFL aber auf, möglichst schnell Klarheit zu schaffen, wie es weiter geht. In der derzeitigen Situation scheint uns ein Abbruch der Saison die beste Alternative zu sein. Da wir vor dem Zeitpunkt der Absage bereits fleißig waren, möchten wir euch auf unsere Spruchbandaktion mit den antirasisters aufmerksam machen. Während in Zeiten von COVID-19 hierzulande zu Solidarität untereinander aufgerufen wird, sind Geflüchtete an den europäischen Grenzen weiterhin unmenschlichen Bedingungen hilflos ausgesetzt. Aufgrund der schon jetzt schlechten medizinischen Versorgung drohen dort nun außerdem Zustände, die wir uns nicht ausmalen wollen. Wir fordern daher Solidarität mit allen hilfsbedürftigen Menschen! Dissidenti Ultra

Stellungnahme

Vor rund einer Woche begann die Türkei unter Erdogan einen völkerrechtswidrigen Krieg gegen die kurdische Selbstverwaltung und demokratische Gesellschaft in Nordsyrien. Übereinstimmend berichten Medien bereits nach wenigen Tagen von hunderten Toten, zivilen Opfern und hunderttausenden Menschen, die auf der Flucht sind. Die kurdische Frauenrechtlerin und Politikerin Havrin Khalaf von der syrischen Zukunftspartei wird von einer islamistischen Miliz der türkischen Armee brutal gefoltert, vergewaltigt und ermordet. Währenddessen gelingt es hunderten Daesh-Terrorist*innen und islamistischen Milizen aus der Gefangenschaft zu entkommen. Dörfer, zivile und medizinische Infrastrukturen werden angegriffen. Wir verurteilen diese Aggressionen auf Schärfste. In diesem Zusammenhang haben die Spieler Kenan Karaman und Kaan Ayhan sich an einem Gruppenbild zum Zweck eines Grußes an das türkische Militär beteiligt. Gemeinsam mit der türkischen Nationalmannschaft, inklusive aller Spieler und dem Stab des Teams, wurde den „tapferen Soldaten und Märtyrern“, so der Wortlaut des türkischen Fußballverbandes, auf Instagram Solidarität bekundet. Wir begrüßen es, dass Fortuna Düsseldorf in Person von Lutz Pfannenstiel pro-aktiv auf beide Spieler zuging und dort die in der Satzung verankerten Werte des Vereins vertrat. Die daraus resultierende Stellungnahme ist jedoch extrem schwach und versucht sich gegen den geringsten Widerstand aus einer unangenehmen Situation zu winden. Insbesondere dann, wenn Fortuna sich mehr oder weniger vor einen Propagandakarren spannen lässt und versucht, die Geste zu entpolitisieren – was jedoch absolut misslingt. Ein geschlossener Gruß an die Front kann nicht unpolitisch sein. Fortunas Stellungnahme ist unentschlossen, feige und zeigt wenig bis gar keine Haltung. „Halbangst“ hat hierzu eine ausführliche und gelungene Stellungnahme verfasst. Pfannenstiels Telefonat blieb zumindest nicht ohne Wirkung. Kaan Ayhan und Kenan Karaman haben sich selbst noch nicht öffentlich zu der Thematik geäußert. Laut der Stellungnahme von Fortuna möchten die Spieler ihre Geste als unpolitischen Gruß verstanden wissen, der die Hoffnung ausdrücken soll, die an dem völkerrechtswidrigen militärischen Angriff beteiligten Soldat*innen kämen unverletzt zurück in ihre Heimat. Es bleibt unklar wie beide zum Konflikt stehen, ob sie unter Druck handelten und ob der Gegendruck von Fortuna sie zur Reflexion bewegt hat. Fakt ist, sie haben – gegen einige Widerstände aus der Mannschaft und der Türkei – den Gruß beim folgenden Spiel gegen Frankreich verweigert. Trotzdem bleibt der Versuch einer Entpolitisierung der Geste durch den Verein weichgespülte PR-Rhetorik. Vor allem, da sich die Spieler bisher selbst nicht gegen den Krieg positioniert haben, was im Einklang mit Fortunas Werten und der Satzung absolut notwendig wäre, da dieser für die Menschen vor Ort verheerende Angriff das Völkerrecht mit Füßen tritt. Wir hoffen, dass Gespräche mit Verein und Spielern in den kommenden Tagen Licht ins Dunkle bringen werden. All diejenigen, die nun ihre Chance wittern, die Kommentarspalten in den sozialen Medien mit rassistischer Scheiße vollzumüllen sei gesagt, dass wir auch dafür nur Abscheu übrighaben. Ihr denkt in denselben Mustern der Menschenverachtung, Minderwertigkeit anderer und Ungleichheit. Für euch ist kein Platz bei Fortuna Düsseldorf Antirasisters Dangermouth Football Crew Dissidenti Ultra F95. Antirazzista Hypers 2001