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Erste Nachbetrachtung des Auswärtsspiels in Duisburg

Liebe Fortuna Fans,

wiedermal haben wir das Straßenbahnderby hinter uns gebracht. Auf das Spiel möchten wir an dieser Stelle lieber nicht eingehen. Jedoch möchten wir uns kurz zu den Ereignissen, die sich beim Einlass abspielten, zu Wort melden, da die bisherigen Presseberichte leider nur die Pressemeldung der Polizei wiedergeben.

1. Der Fanmarsch vom S-Bahnhof Duisburg-Schlenk ist keinesfalls gezielt so spät losgegangen, vielmehr sorgte ein technischer Defekt einer S-Bahn dafür, das ein Großteil der Fans erst sehr spät am S-Bahnhof ankam.
2. Wer tausende Fans kurz vor dem Stadion stoppt, mit einem Wasserwerfer vorfährt und den durch Hamburger Gitter verengten Weg dann auch noch mit einer behelmten Hundertschaft verschließt, provoziert eine Eskalation.
3. Tore zu schließen, die nach außen aufgehen und somit im Fall eines wirklichen Ansturms nicht mehr zu öffnen wären, ist unverantwortlich und widerspricht jeglicher Logik.

Fazit: Das Einsatzkonzept der Duisburger Sicherheitsbehörden ist, wie bereits in den letzten Jahren, gescheitert. Tausende Fortuna Fans konnten gestern nicht von Beginn an im Stadion sein um ihrer Mannschaft die nötige Unterstützung zu bieten. Es gab zahlreiche verletzte Fans durch massiven Einsatz von Schlagstock und Pfefferspray seitens der Polizei.

Wir wünschen allen verletzten Fortuna Fans gute Genesung und fordern eine Aufarbeitung der Geschehnisse. Die Eskalation am gestrigen Tage ging von der Polizei aus! An dieser Stelle möchten wir auch auf die Bitte der Fanbetreuung hinweisen, eure Erlebnisse des gestrigen Tages dem Verein zu schildern.

Dissidenti Ultra

Stellungnahme der FSE zur Disziplinarpolitik der UEFA bei rassistischem oder anderweitig diskriminierendem Verhalten von Fußballfans

 

Gemeinsam mit allen Unterzeichner*innen unterstützt Dissidenti Ultra uneingeschränkt die folgende Stellungnahme des Komitees von Football Fans Europe (FSE):

 

Sehr geehrte Mitglieder des UEFA-Exekutivkomitees,

aus ganz Europa richten wir uns Sie an, um unsere große Besorgnis auszudrücken. Wir rufen Sie als UEFA hiermit auf, ihre Disziplinarpolitik bei rassistischem oder anderweitig diskriminierendem Verhalten von Fußballfans zu überdenken. 

Betont werden muss vorab, dass die Unterzeichner dieses offenen Briefes ausdrücklich die “Null-Toleranz-Politik” der UEFA in Bezug auf Rassismus begrüßen. Die unterzeichnenden Fangruppen und die UEFA sind geeint in der Überzeugung, dass gegenseitiger Respekt ein integraler Bestandteil der Kernwerte in unserem Sport darstellt. Und das sollte für alle Akteure auf und neben dem Spielfeld gelten.

Die Bestrafung einer überwältigenden Mehrheit der Fußballfans wegen verabscheuungswürdiger Handlungen einer Minderheit durch Standardsanktionen wie “Spiele hinter verschlossenen Türen” für Vorfälle rassistisch motivierten Verhaltens von Fans veranschaulichen jedoch ein großes Maß an Respektlosigkeit gegenüber allen Fußballfans, die durch solch drastische Maßnahmen unschuldig betroffen werden. 

Besonders die Auswärtsfans, die nichts falsch gemacht haben und alle ihre Reisen gebucht haben, sind diejenigen, die den höchsten Preis zahlen, wenn von der UEFA eine Sanktion gegen einen anderen Verein für das Verhalten einer anderen Fangruppe gegenüber allen verhängt wird.Die Sanktionierung von respektlosem und inakzeptablem Verhalten einer in der Regel kleinen Gruppe durch Respektlosigkeit gegenüber der gesamten Zuschauerschaft gefährdet die Glaubwürdigkeit der UEFA in ihrem Engagement gegen Rassismus. Die größte und umfangreichste Gruppe potenzieller Verbündeter der UEFA im Kampf gegen Diskriminierung im Fußball, die Fußballfans als die so oft zitierte “Seele des Fußballs”, werden abgewertet und darauf reduziert, einzig die Ursache eines Problems zu sein.

Vor diesem Hintergrund bitten wir Sie, die entsprechenden Vorschriften zu ändern – hin zu einem System, das glaubwürdig und nachhaltig hilft, Diskriminierung unter Wahrung der Interessen der Fans als wichtige Beteiligte zu minimieren. Wir sollten alle konstruktives Fanverhalten im Fußball fördern – und nicht das positive Engagement der Fans schwächen während die Entwicklung von destruktivem Verhalten, das durch das aktuelle System ausgelöst und durch offizielle Vorfallzahlen unterstrichen wird, noch unterstützen.

Auf dem Europäischen Fußball-Fan-Kongress von Football Supporters Europe (FSE) 2015 in Belfast, zeigten Fußballfans mit vielen konkreten Beispielen, dass das derzeitige System der kollektiven Sanktionen nicht nur zur Bestrafung vor allem unschuldiger Fans führt. Das gewünschte Ziel der nachhaltigen Bekämpfung von Rassismus und die Clubs zu nachhaltigerem Handeln, idealerweise mit Unterstützung ihrer Fans, zu zwingen, wird NICHT ERREICHT .

Besonders jene “üblichen Verdächtigen” unter den Clubs, für die die Regelungen in erster Linie verschärft wurden, haben drei Hauptreaktionsformen entwickelt:

  1. Sie beschuldigen den Boten (der den Vorfall meldende Anti-Rassismus-Beobachter oder bereits aktiv im Stadion gegen Rassismus engagierte Fangruppen) oder die UEFA, und initiieren eine öffentliche Hexenjagd gegen ihn, während sie das eigentliche Problem nicht akzeptieren.
    —> Das bestärkt rassistische Täter, die sich nur zu gerne der Hexenjagd anschließen.
  2. Viele Vereine haben versucht, geheime Abkommen mit dem jeweiligen (rassistischen) Teil ihrer Fanszene zu treffen. Auf europäischer Ebene werden „die Füße stillgehalten“, während die Vereine die Privilegien in den Liga-Wettbewerben für die Täter erhöhen.
    —> Das stärkt die rassistischen Täter und bringt sie näher an den Verein, während andere Fans weiter marginalisiert werden.
  3. Vereine siedelten die Fans in andere Teile des Stadions um, ordneten einige Alibi-Aktivitäten gegen Rassismus an, aber priesen diese in der Öffentlichkeit als von der Fanszene initiiert.
    —> Währenddessen sind die Rassisten immer noch innerhalb des Stadions und agieren weiter mit rassistischen Handlungen, lediglich in einem anderen Stadionbereich.
    —> Nicht-rassistische / antirassistische Fans fühlen sich nicht sicher oder ermutigt, eigene Aktivitäten zu initiieren. 

Was eben nicht passiert ist, sind glaubwürdige und langfristige Aktionspläne gegen Rassismus, die von den Vereinen implementiert wurden. Das würde allerdings die Mehrheit der Nicht-Rassisten und den fortschrittlichen Teil der Fanszene darin bestärken, dass sie nicht abgelehnt werden, sondern sogar dazu führen, dass sie nur zu gern die Unterstützung im Kampf gegen Diskriminierung aufnehmen würden. Stattdessen werden sie jedoch immer wieder gemeinsam mit den rassistischen Tätern bestraft, während der mögliche Fall, dass sie vielleicht sogar Opfer dieser waren, ignoriert wird und sie weiter auch von diesen Leuten eingeschüchtert werden.

Was nun seitdem passiert ist, ist, dass Vereine sich erhoben haben und begannen glaubwürdige und langfristige Aktionspläne gegen Rassismus zu implementieren. Das würde die Mehrheit der Nicht-Rassisten und den fortschrittlichen Teil der Fanszene bestärken, dass sie nicht abgelehnt würden, sondern sogar gerne den Kampf gegen Diskriminierung unterstützen und aufnehmen würden. Stattdessen werden sie immer wieder gemeinsam mit den rassistischen Tätern bestraft, während die Möglichkeit, dass sie vielleicht sogar Opfer waren, ignoriert wird und sie weiter auch von diesen Leuten eingeschüchtert werden. 

Als Folge haben viele Fußballfanorganisationen die Kampagne “Respect Fans!“ ins Leben gerufen, die von zahlreichen Fan-Gruppen aus verschieden, in europäischen Wettbewerben spielenden Vereinen unterstützt wird. Aktuell unterstützen nicht-rassistische / antirassistische Fangruppen von etwa 20 Clubs aus sieben europäischen Ländern die Initiative. Die europäische Fußballfan-Dachorganisation Football Supporters Europe (FSE), offiziell von der UEFA als Gesprächspartner für Fanthematiken anerkannt, hat bereits mehrere Gespräche mit Vertretern der UEFA geführt und Alternativen oder ergänzende Elemente zum derzeitigen System unterbreitet. Diese basieren auf der Grundlage von Best-Practice-Beispielen und wissenschaftlichen Erkenntnissen aus ganz Europa.

Bisher war die UEFA nicht bereit, den vorgenannten Argumenten zuzuhören und stimmte lediglich zu, im Sinne der Gleichberechtigung auch Sponsoren und deren Gästen den Besuch der Geisterspiele zu verweigern, … allerdings erst nach mehreren Jahren und nachdem die entsprechenden Verträge verlängert wurden.

Wir sind der Auffassung, dass die soziale Verantwortung des Fußballs, mehr noch, die der Führungsgremien des Fußballs in diesem wichtigen Bereich weit über den Versuch hinaus gehen müsste, künstlich akzeptable oder oberflächliche Bilder für TV und die breite Öffentlichkeit zu produzieren, sondern einen nachhaltigen Beitrag zur ernsthaften Beseitigung des Problems von Diskriminierung im Fußball direkt auf Clubebene zu fördern.

Unsere Erfahrungen aus verschiedenen Ländern veranschaulichen in der Praxis, dass eine nachhaltige Verbesserung des Fanverhaltens nur in enger Zusammenarbeit mit den Fans erreicht werden kann. Das derzeitige System wurde entwickelt, um im Kampf gegen Rassismus anzutreten. Es wird jedoch mehr und mehr als ein Kampf gegen alle Fußballfans gesehen. 

Die Unterzeichner dieses Briefes sind Gruppen und nationale Fan-Dachorganisationen, die die Ablehnung von Rassismus und Diskriminierung teilen und die UEFA in diesem Sinne einladen wollen, die Bekämpfung von Diskriminierung und anderen Formen inakzeptablen Verhaltens aufzunehmen. Wir appellieren an die UEFA, ihre Politik der Kollektivbestrafung zu überprüfen, insbesondere unverzüglich die schreiende Ungerechtigkeit der Ausgrenzung von Auswärts-Fans zu beenden, die nichts mit dem Vorfall zu tun hatten. 

Als nächster Schritt sollten in enger Abstimmung mit den Fans wirksame Strategien entwickelt werden, die Rassismus nicht nur aus Bildern oder TV-Aufnahmen aus den Stadien bei europäischen Spielen verbannen, sondern auch einen positiven Wandel in den Köpfen der Menschen bewirken können.

Wir freuen uns, von Ihnen zu hören

Die Mitglieder des Komitees von Football Supporters Europe (FSE)

Die Respect-Fans! Campaigning Gruppen 

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Kein Deal mit geistigen Brandstifter*innen – Bild isn’t welcome!

Gestern Nachmittag hat Fortuna Düsseldorf Stellung zu der Kampagne “Wir helfen“ der BILD-Zeitung beim kommenden Spieltag genommen und lässt dabei unter anderem verlauten:

„Damit unterstreichen wir, dass wir uns unserer sozialen Verantwortung mehr als bewusst sind und dies in zahlreichen Projekten und Aktivitäten regelmäßig leben.“

Dass sich der Vorstand von Fortuna Düsseldorf seiner gesellschaftlichen Verantwortung jedoch anscheinend nicht bewusst ist, zeigt er mit diesem Statement, denn schon in den 1990er Jahren war die Bild-Zeitung maßgeblich an der Hetze gegen Geflüchtete beteiligt, hat mit geistiger Brandstiftung massiv dazu beigetragen, dass Rassist*innen Pogrome u.a. in Rostock-Lichtenhagen verüben konnten. Es ist kaum in Worte zu fassen wie Kai Diekmann und die BILD-Zeitung erneut zu dieser Stimmung beigetragen haben. Sie haben jedoch aus den letzten 20 Jahren gelernt, denn nun versucht die BILD-Zeitung ihr Image aufzupolieren mit einer plakativen Aktion. Unkritisch reiht sich der Vorstand, trotz der massiven Kritik der Fanszene und Anhänger*Innen, nun ein in diese manipulative Kampagne.

Die Behauptung am Ende der Stellungnahme

“Wir möchten allerdings in dieser Frage nicht unser Profil als Verein auf Kosten der Flüchtlingshilfe schärfen. Wir als Vorstand stehen bei aller berechtigter Kritik am Vorgehen einer Boulevard-Zeitung für die Willkommenskultur gegenüber Flüchtlingen – Flüchtlingshilfe zählt mehr als ein Boykott.“

ist eine Farce, denn ein Boykott der Imagekampage einer ekelhaften Boulevardzeitung würde keinesfalls auf Kosten der Flüchtlingshilfe geschehen. Bisher haben Vereine wie St. Pauli, Union Berlin und der 1. FC Nürnberg vorgemacht, dass Geflüchteten geholfen werden kann, ohne diesen Schriftzug auf dem Ärmel zu tragen.

Um so positiver war es für uns, dass sich der Verein in jüngster Zeit, auch ohne die Fanszene, verstärkt dem Thema annahm, denn natürlich geht es einzig und allein um die Hilfe und nicht die Helfenden. Wir fragen uns, warum der Vorstand sich nicht traut die geistigen Brandstifter*innen der aktuellen Pogromstimmung als solche zu benennen und ihnen nicht noch die Legitimation zu verschaffen ihr Image aufzupolieren. Das der Vorstand sich nun klar gegen eine Vielzahl der Fortuna-Anhänger*innen, der Fanszene und Mitglieder gestellt hat ist ein klares Signal. Wir fordern den Vorstand hiermit unverzüglich auf die Stellungnahme schnellstmöglich zu korrigieren, auf die Forderungen der Fans und Mitglieder einzugehen.

Dissidenti Ultra
Hypers 2001
Dangermouth Football Crew
F95.Antirazzista

Hier dokumentieren wir nur ein paar Titelseiten der BILD-Zeitung, die zu der aktuellen Pogromstimmung beigetragen haben:

Dissidenti_Bildsammlung

 

 

 

Refugees welcome – BILD isn’t!

 

„Wir helfen“ – mit diesem Patch sollen am Wochenende alle Vereine der 1. und 2. Bundesliga auflaufen.
Doch wem wird damit geholfen? Hauptsächlich einem Hetzblatt, dem für die Auflage nichts zu schade ist. Auch nicht, die Ängste vor eben jenen Flüchtlingen zu schüren, denen man jetzt helfen will.

Hilfsbereitschaft braucht kein Markensymbol, erst recht nicht das der BILD-„Zeitung“.

Dass dieser Spuk kein Zwang ist, stellt der FC St. Pauli unter Beweis.

Daher fordern wir als aktive Fanszene Düsseldorf den Vorstand unseres Vereins auf, sich nicht als Werbeträger für populistische Meinungsmacher herzugeben und sich dieser Aktion ebenfalls zu verweigern.

 

Alarmstufe Rot

Alte Garde Düsseldorf

Angry Youth

Arbeitskreis Fanarbeit

Azzuro Düsseldorf

Bukkake Crew Düsseldorf

Chaoten Ultras

Dangermouth Football Crew

Dissidenti Ultra

Division West

F95.Antirazzista

Hacke Rot-Weiß

Hypers 2001

Lost Boyz Flingern

Meerbusch Bonzen

Ninos Locos

Red Fire

Soul City

Squadra Unterrath

Supporters Club Düsseldorf

Ultras Düsseldorf 2000

Unterste Schublade Düsseldorf

Umbrella Service Crew

WarmUp95

40 Räuber

40625 Crew

 

 

 

DFL, habt ihr nen‘ Knall?

 

Es ist Mittwoch, 02.09.2015: die DFL veröffentlicht die kommenden Terminierungen für die Spieltage 10 – 17. Wir haben schon zahlreiche Montagsspiele erleben dürfen, Freitags wurden wir auch selten geschont. Am Wochenende gibt es seit geraumer Zeit kaum Tage, an denen wir ins Stadion fahren. Ist es bei Pokalspielen durchaus mal etwas schönes, bei Flutlichtatmosphäre das Spiel zu sehen, so stellen Ligaspiele zunehmend eine Belastung, nicht nur für uns selbst, dar. Während die Terminierung der DFL zum Teil Sicherheitsinteressen berücksichtigt, wird keine Rücksicht auf die Wegdistanz zu den Gast(geber)vereinen genommen. So spielen in der Regel an Wochentagen Vereine bei uns, deren Weg meistens die 300 km – Grenze überschreitet. Ein gutes Beispiel ist Greuther Fürth, nicht umsonst hing in den vergangenen Jahren immer eine Zaunfahne im Gästeblock, die deutlich macht, wofür nahezu alle Fanszenen, insbesondere in der zweiten Liga stehen: „Gegen Spieltermine unter der Woche“.

Den Funktionär_innen bei der DFL, bei Sky, Sport 1 und co. muss sicher nicht erklärt werden, dass die meisten Menschen unter der Woche arbeiten, dass ein Freitagsspiel gut und gerne mal einen halben bis ganzen Tag Urlaub kostet und ein Montagsspiel im schlimmsten Fall gar zwei Urlaubstage. Ebenfalls sind wir uns im Klaren darüber, warum eben jene die Spieltage zerstückeln. Es handelt sich um Unternehmen, Institutionen, um einen wirtschaftlichen Zweig wie jeden Anderen auch. Forderungen der Fans, die zu Zehntausenden an den Spieltagen ins Stadion strömen, werden nicht ernst genommen. Die Vereine in der Bundesrepublik scheinen bisher nicht bemüht, sich den Forderungen der Fans anzuschließen oder DFL und co. gar in der Öffentlichkeit für die Anstoßzeiten zu kritisieren. Die Verluste bei den Zuschauereinnahmen sollen durch erhöhte Fernsehgelder ausgeglichen werden. Ob das bei unserer Fortuna tatsächlich funktioniert ist in Frage zu stellen, wenn wir auf die Terminierungen der vergangenen Jahre schauen.

Der Spagat zwischen Faninteressen, wirtschaftlichen Faktoren der Vereine, Institutionen und Fernsehsendern ist kein leichter, weder für uns noch für alle anderen Genannten. Das Problem ist jedoch, dass die Grenzen des zumutbaren längst überschritten sind. Ein Montagsspiel in der 1. Bundesliga soll eingeführt werden, die 2. Bundesliga ist komplett zerstückelt und wenn uns der Weg an einem Freitagabend in das letzte Kaff führt, dann ist unsere Laune schon vor dem Spiel dementsprechend. Wir fahren unserer Fortuna trotzdem hinterher, müssen uns aber die Frage stellen, ob die Art des aktuellen Protestes angemessen ist. Wir müssen uns fragen, wie wir es erreichen, eine weitere Zerstückelung aufzuhalten. Wie wir neue Anstoßzeiten erzwingen können, damit sich unser Fanleben dauerhaft wieder positiver gestalten lässt.

Aus aktuellem Anlass: Hört nicht auf die Lippenbekenntnisse der DFL, sondern denkt daran, dass die langfristige Planung das genaue Gegenteil, nämlich die weitere Zerstückelung des Spieltags, vorsieht!

Es gibt vielfältige Möglichkeiten, Protest öffentlichkeitswirksam auf die Beine zu stellen. Zunächst liegt es an uns, den Fans, die Öffentlichkeit zu erreichen; dazu müssen sich alle Stadionzuschauer_innen aktiv beteiligen. Bei einem breiten Protest können weder Journalist_innen, Institutionen noch die Fernsehsender die Augen vor der Problematik verschließen. Dabei müssen wir nicht nur den öffentlichen Druck erhöhen, um wirtschaftliche Einbußen für DFL, Sky und Sport 1 zu erzwingen, sondern auch als kompetente Ansprechpartner_innen zur Verfügung stehen. Es ist notwendig, unseren Gegnern, in diesem Fall DFL, Sky und Sport 1, klar zu machen, dass ihre Einnahmen auch von uns abhängig sind. Als Kunde eines Abonnement möchte ich mit schönen Bildern gefüttert werden, die Emotionen live vor dem Fernseher mitbekommen. In gewisser Weise funktioniert das nun mal, nicht umsonst haben so viele Menschen ein Abo bei Sky, und schauen regelmäßig die Montagsspiele bei Sport 1.

In der aktuellen Situation unserer Fortuna ist ein Boykott keine ansprechende Lösung, denn das gesamte Team braucht unsere Unterstützung. Es wird im nächsten Spiel unausweichlich sein, endlich wieder einen Auftritt zu zeigen, der an vergangene Zeiten anknüpft. Es ist das „Jetzt erst Recht!“-Gefühl, was wir brauchen, und was uns über Jahre hinweg in einen Höhenflug gebracht hat.

Wir rufen dazu auf, euch an einem wirksamen Protest zu beteiligen: malt Plakate, Spruchbänder, schickt eure Botschaften gen Spielfeld, seid kreativ und einfallsreich.

Führt euch vor Augen, dass die Kamera immer dahin gerichtet ist, wo sich der Ball gerade befindet. Nutzt diese Gelegenheiten und äußert euren Protest. Lasst uns darauf aufmerksam machen, dass diese Anstoßzeiten für uns und für den Verein Fortuna Düsseldorf nicht hinnehmbar sind!

Hiermit fordern wir auch den Vorstand auf, endlich klar, deutlich und vor allem öffentlich Stellung zu beziehen. Nach unserem letzten Spiel in Nürnberg war das Lob für unsere Unterstützung groß. Es soll ein Zusammenhalt gelebt werden; dies ist jedoch nur beidseitig möglich! Öffentliche Kritik ist vollkommen legitim, in jedem Wirtschaftszweig normal und gerade beim Fußball umso dringender notwendig. Wir haben die Möglichkeit, durch die Empörung, die gerade spürbar ist, das Thema wieder in den Fokus zu rücken, in den es gehört.

Wie es auch auf unserer Fahne steht, fordern wir fangerechte Anstoßzeiten, einen fairen Umgang, sowie einen angemessenen Dialog und die Mitbestimmung, die uns zusteht!

 

Dissidenti Ultra

 

(Ihr wollt euch unserem Aufruf als Fanclub/Gruppe anschließen? Schreibt uns eine kurze Mail an info@dissidenti-ultra.de)

Die nächste Saison

Wir ziehen um!

Einige werden es schon mitbekommen haben:
In Absprache mit Fortuna werden wir zur kommenden Saison in den Block 39 auf der Südtribüne wechseln. Aus mehrerlei Gründen sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass wir nicht länger an unserem bisherigen Standort bleiben können und wollen.

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Scheiss Bullen – Das Problem ist das System!

Liebe Fortuna Fans,

im Fokus des Spieltages steht unser Gegner RB Leipzig. Seit der Existenz, der kurzfristigen Übernahme der Fußballmannschaften des SSV Makranstädt, in der Saison 2009/2010 polarisiert der Verein Rasenball Sport Leipzig im deutschen Fußball die Fans, Medien, Investoren, Institutionen und Vereine. Wir haben uns lange mit der Thematik rund um den Aufsteiger aus dem Osten auseinandergesetzt und wollen euch unsere Position in einer kurzen Erklärung näher bringen:

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Stellungnahme zur aktuellen Situation

Als erstes möchten wir uns bei allen Unterstützer_innen bedanken, die uns ihre Solidarität aussprechen, die uns auf unserem Weg begleiten und die uns mit ihren Worten und Taten Mut und Motivation zugesprochen haben.

In den letzten Tagen, nach den Vorfällen beim Auswärtsspiel in Frankfurt, wurde viel geschrieben und gemutmaßt. Viele Menschen und Presseverteter_innen äußerten sich. Nun möchten wir noch einmal detaillierter Stellung beziehen um unsere Sicht der Vorfälle darzulegen.

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Stellungnahme zu den Vorfällen beim Auswärtsspiel in Frankfurt

Wir haben immer versucht zu verhindern was heute passiert ist. Von Hooligans verschiedener Couleur körperliche Gewalt zu erfahren gehört nicht zu unserer Vorstellung von Fankultur und einem erfolgreichen Spieltag.

In den letzten Minuten vor Spielbeginn erreichte uns die Information das erneut die Fahne der faschistischen Ultra- und Hooligangruppe „Frente Atletico“ (Atletico Madrid) von Mitgliedern der „Bushwhackers Düsseldorf“ aufgehangen wurde. Hooligans beider Vereine sind seit einiger Zeit befreundet. Schon eine kurze Recherche mit einer bekannten Internetsuchmaschine wird kein Zweifel an der faschistischen, menschenfeindlichen Ausrichtung der Gruppe „Frente Atletico“ lassen, die den SS-Totenkopf als eines ihrer Logos nutzt. Demgegenüber gilt die Düsseldorfer Fanlandschaft seit langem, nicht völlig zu Unrecht, als tolerant bis alternativ. In dieser Tradition und um Lösungen bemüht sind wir seit Monaten in diesem Konflikt aktiv, tragen Informationen zusammen und verbreiten diese, führen Gespräche mit vielen Beteiligten und suchen einen Konsens zur Handlungsgrundlage.

Nachdem wir zum Anpfiff unsere Fahnen eingepackt und den Support eingestellt hatten, forderten wir die Hooligans auf die Fahne der Gruppe „Frente Altetico“ abzuhängen. Dieser Versuch scheiterte, ebenso wie alle Folgenden. Auch wenn ein Großteil der organisierten Fanszene leider keine klare Linie verfolgt, sind wir sehr froh, zu wissen, dass es Leute gibt, die hier ebenfalls ein nicht ignorierbares Problem sehen und wir erklären uns uneingeschränkt solidarisch mit diesen Fans. In Folge des letzten Versuchs eskalierte die Situation als Hooligans verschiedener Gruppen die intervenierenden Ultras mit massiver Gewalt angriffen. Nach aktuellem Kenntnisstand wurde dabei glücklicherweise niemand schwer verletzt.

Beleidigungen und Drohungen, die bis zu Mord und Vergewaltigung reichen, gibt es seit Wochen und Monaten in beängstigender Regelmäßigkeit, dennoch – oder gerade deshalb – haben wir immer gehofft, ohne körperlichen Schaden Lösungen und Fortschritte herbei führen zu können. Dieses ständige Bedrohungsszenario erreichte die nächste Stufe als wir auf der Rückfahrt davon erfahren haben, dass uns eine große Gruppe Hooligans an unserem Treffpunkt und Rückzugsort auflauerte. Glücklicherweise kam es zu keinem weiteren Übergriff.

Die heutigen Erlebnisse lassen uns mit gemischten Gefühlen auf die nächsten Wochen blicken. Dabei ist klar, dass wir uns nicht einschränken lassen und unseren Weg unbeirrt weiter gehen.

Love Fortuna – fight fascism

Dissidenti Ultra
Hypers 2001
Kopfball Düsseldorf
Unterste Schublade Düsseldorf
F95.Antirazzista

Liebe Fortuna Fans,

Die Geschehnisse am gestrigen Tag haben auf vielen Plattformen und Foren für Diskussionen gesorgt. An dieser Stelle möchten wir euch darauf hinweisen, dass wir jederzeit bei Fragen, Kritik oder Anregungen per E-Mail unter (info@dissidenti-ultra.de) zu erreichen sind.

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