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DFL, habt ihr nen‘ Knall?

 

Es ist Mittwoch, 02.09.2015: die DFL veröffentlicht die kommenden Terminierungen für die Spieltage 10 – 17. Wir haben schon zahlreiche Montagsspiele erleben dürfen, Freitags wurden wir auch selten geschont. Am Wochenende gibt es seit geraumer Zeit kaum Tage, an denen wir ins Stadion fahren. Ist es bei Pokalspielen durchaus mal etwas schönes, bei Flutlichtatmosphäre das Spiel zu sehen, so stellen Ligaspiele zunehmend eine Belastung, nicht nur für uns selbst, dar. Während die Terminierung der DFL zum Teil Sicherheitsinteressen berücksichtigt, wird keine Rücksicht auf die Wegdistanz zu den Gast(geber)vereinen genommen. So spielen in der Regel an Wochentagen Vereine bei uns, deren Weg meistens die 300 km – Grenze überschreitet. Ein gutes Beispiel ist Greuther Fürth, nicht umsonst hing in den vergangenen Jahren immer eine Zaunfahne im Gästeblock, die deutlich macht, wofür nahezu alle Fanszenen, insbesondere in der zweiten Liga stehen: „Gegen Spieltermine unter der Woche“.

Den Funktionär_innen bei der DFL, bei Sky, Sport 1 und co. muss sicher nicht erklärt werden, dass die meisten Menschen unter der Woche arbeiten, dass ein Freitagsspiel gut und gerne mal einen halben bis ganzen Tag Urlaub kostet und ein Montagsspiel im schlimmsten Fall gar zwei Urlaubstage. Ebenfalls sind wir uns im Klaren darüber, warum eben jene die Spieltage zerstückeln. Es handelt sich um Unternehmen, Institutionen, um einen wirtschaftlichen Zweig wie jeden Anderen auch. Forderungen der Fans, die zu Zehntausenden an den Spieltagen ins Stadion strömen, werden nicht ernst genommen. Die Vereine in der Bundesrepublik scheinen bisher nicht bemüht, sich den Forderungen der Fans anzuschließen oder DFL und co. gar in der Öffentlichkeit für die Anstoßzeiten zu kritisieren. Die Verluste bei den Zuschauereinnahmen sollen durch erhöhte Fernsehgelder ausgeglichen werden. Ob das bei unserer Fortuna tatsächlich funktioniert ist in Frage zu stellen, wenn wir auf die Terminierungen der vergangenen Jahre schauen.

Der Spagat zwischen Faninteressen, wirtschaftlichen Faktoren der Vereine, Institutionen und Fernsehsendern ist kein leichter, weder für uns noch für alle anderen Genannten. Das Problem ist jedoch, dass die Grenzen des zumutbaren längst überschritten sind. Ein Montagsspiel in der 1. Bundesliga soll eingeführt werden, die 2. Bundesliga ist komplett zerstückelt und wenn uns der Weg an einem Freitagabend in das letzte Kaff führt, dann ist unsere Laune schon vor dem Spiel dementsprechend. Wir fahren unserer Fortuna trotzdem hinterher, müssen uns aber die Frage stellen, ob die Art des aktuellen Protestes angemessen ist. Wir müssen uns fragen, wie wir es erreichen, eine weitere Zerstückelung aufzuhalten. Wie wir neue Anstoßzeiten erzwingen können, damit sich unser Fanleben dauerhaft wieder positiver gestalten lässt.

Aus aktuellem Anlass: Hört nicht auf die Lippenbekenntnisse der DFL, sondern denkt daran, dass die langfristige Planung das genaue Gegenteil, nämlich die weitere Zerstückelung des Spieltags, vorsieht!

Es gibt vielfältige Möglichkeiten, Protest öffentlichkeitswirksam auf die Beine zu stellen. Zunächst liegt es an uns, den Fans, die Öffentlichkeit zu erreichen; dazu müssen sich alle Stadionzuschauer_innen aktiv beteiligen. Bei einem breiten Protest können weder Journalist_innen, Institutionen noch die Fernsehsender die Augen vor der Problematik verschließen. Dabei müssen wir nicht nur den öffentlichen Druck erhöhen, um wirtschaftliche Einbußen für DFL, Sky und Sport 1 zu erzwingen, sondern auch als kompetente Ansprechpartner_innen zur Verfügung stehen. Es ist notwendig, unseren Gegnern, in diesem Fall DFL, Sky und Sport 1, klar zu machen, dass ihre Einnahmen auch von uns abhängig sind. Als Kunde eines Abonnement möchte ich mit schönen Bildern gefüttert werden, die Emotionen live vor dem Fernseher mitbekommen. In gewisser Weise funktioniert das nun mal, nicht umsonst haben so viele Menschen ein Abo bei Sky, und schauen regelmäßig die Montagsspiele bei Sport 1.

In der aktuellen Situation unserer Fortuna ist ein Boykott keine ansprechende Lösung, denn das gesamte Team braucht unsere Unterstützung. Es wird im nächsten Spiel unausweichlich sein, endlich wieder einen Auftritt zu zeigen, der an vergangene Zeiten anknüpft. Es ist das „Jetzt erst Recht!“-Gefühl, was wir brauchen, und was uns über Jahre hinweg in einen Höhenflug gebracht hat.

Wir rufen dazu auf, euch an einem wirksamen Protest zu beteiligen: malt Plakate, Spruchbänder, schickt eure Botschaften gen Spielfeld, seid kreativ und einfallsreich.

Führt euch vor Augen, dass die Kamera immer dahin gerichtet ist, wo sich der Ball gerade befindet. Nutzt diese Gelegenheiten und äußert euren Protest. Lasst uns darauf aufmerksam machen, dass diese Anstoßzeiten für uns und für den Verein Fortuna Düsseldorf nicht hinnehmbar sind!

Hiermit fordern wir auch den Vorstand auf, endlich klar, deutlich und vor allem öffentlich Stellung zu beziehen. Nach unserem letzten Spiel in Nürnberg war das Lob für unsere Unterstützung groß. Es soll ein Zusammenhalt gelebt werden; dies ist jedoch nur beidseitig möglich! Öffentliche Kritik ist vollkommen legitim, in jedem Wirtschaftszweig normal und gerade beim Fußball umso dringender notwendig. Wir haben die Möglichkeit, durch die Empörung, die gerade spürbar ist, das Thema wieder in den Fokus zu rücken, in den es gehört.

Wie es auch auf unserer Fahne steht, fordern wir fangerechte Anstoßzeiten, einen fairen Umgang, sowie einen angemessenen Dialog und die Mitbestimmung, die uns zusteht!

 

Dissidenti Ultra

 

(Ihr wollt euch unserem Aufruf als Fanclub/Gruppe anschließen? Schreibt uns eine kurze Mail an info@dissidenti-ultra.de)